In der Nacht vor der letzten Etappe kam wieder starker Wind und Regen auf. Zusätzlich wurde es wieder kälter. Die Nacht war daher entsprechend unruhig und das Aufstehen war – bedingt durch die Kälte, Nässe und die Schmerzen des Vortages – auch nicht besonders verlockend. Dennoch war die Aussicht auf die letzte Etappe und das Hotel (mit warmer Dusche) am Ende derselben doch sehr verlockend.
Aufgrund der Kälte entschloss ich mich mit langem Leiberl und Windjacke zu starten und viele taten es mir gleich. Nachdem wir wiederum das Gepäck abgegeben hatten, kuschelten sich alle noch im großen Essenszelt zusammen. Trotz der Müdigkeit aller und des schlechten Wetters kam nie schlechte Stimmung auf. Alle wirken hoch motiviert, lustig und verbreiten positive Stimmung. Kurz vor dem Start brach das Zelt dann auf Grund des Regens und des Sturmes auch noch zusammen und wir konnten es kaum erwarten zu starten.
Die Strecke war am Anfang “normal” (=kleine Dünen, Piste, auf und ab) allerdings hatten wir ständigen, massiven Gegenwind (weinviertlerisch: “stürmisch”) und trotzdem ging es mir die ersten 10km eigentlich noch gut und ich konnte ziemlich genau 6min/km als Tempo halten. Danach war es jedoch bald mal vorbei mit der Kraft und ich drosselte mein Tempo. Speziell die 5km langen großen Dünen vor dem Ziel waren eine echte Herausforderung (für Körper und Geist). Man konnte schon von weitem die Stadtmauer von Douz sehen, aber irgendwie kam sie nur schleichend näher. 
Endlich war es dann soweit: der letzte KM auf einer asphaltierten Straße in Douz. Einmal noch um die Kurve und ich konnte das Ziel sehen. Ich hatte dem Team von “Sky Italy” versprochen beim Überqueren der Ziellinie “Oh Tannenbaum” zu singen und das tat ich dann auch bis mich die Emotionen dann doch packten und die Tränen flossen….. Die 2:20 für den Halbmarathon sind zwar nicht berauschend, aber es wäre erstens nicht schneller gegangen und zweitens zählt für mich vor allem die Gesamtzeit, die mit 11:33.33h den 49ten Platz von 134 Finishern bedeuteten und weit unter dem – für mich bereits sehr ambitioniert gesetzten – Ziel von unter 12 Stunden waren!
Alle Resultate (inkl. Etappenzeiten) gibt es hier: http://www.100kmdelsahara.com/classifica.php
Leider war es so kalt und naß, dass niemand lange im Zielgelände bleiben wollte, sondern nur unter die warme Dusche. Dafür wurde dann den gesamten Nachmittag bis 2:00 früh (unterbrochen von der Siegerehrung und dem Essen) gefeiert (auch das können AusdauerathletInnen ganz gut!). Ich habe nach dem 12ten Bier dann auch ein bißchen den Überblick über meinen Getränkekonsum verloren, möchte aber festhalten, dass ich mich selbst als beinahe nüchtern beurteilt hätte *g*
Originalkommentar (Englisch): http://www.100kmdelsahara.com/gara.php?day=6
